Zámek Žďár

Gregor Theny

1695 – 1759

Theny, ein gebürtiger Tiroler aus Burgeis, kam wahrscheinlich schon als gelernter Schnitzer nach Böhmen und wurde Geselle in der Werkstatt von Matthias Bernhard Braun. Theny war Brauns jüngster direkter Mitarbeiter. Er war beteiligt am Bau des Areals in Kukus (Kuks) und zeichnet auch für die Ausschmückung der Marien-Wallfahrtskirche in Altbunzlau (Stará Boleslav) verantwortlich. Um 1728 wurde er selbstständiger Bildhauermeister und ließ sich in Jaroměř nieder. Das darauffolgende Jahr führte ihn nach Žďár nad Sázavou, wo Abt Václav Vejmluva ihn mit der Ausschmückung der fertiggestellten Konventkirche und später mit Arbeiten in der Wallfahrtskirche auf Zelená hora beauftragte.

Angeblich schuf der Bildhauer das Antlitz des Cherubims auf dem Hauptaltar der Konventkirche nach den Gesichtszügen seiner Frau Maria Klara, die schon kurz nach der Hochzeit verstorben war. Und in der Statue des Evangelisten Lukas auf dem Verkündigungsaltar soll der Künstler sich dann selbst porträtiert haben. Georg Theny schuf auch das Modell der Prozessionsstatue des hl. Johannes Nepomuk, das dann von dem Prager Goldmacher Johann Norbert Diesbach in Silber gegossen wurde. Theny schmückte zudem die Trage unterhalb er Statue mit Reliefs aus. Diese hat sich im Unterschied zur Statue selbst bis heute erhalten. Theny lebte neun Jahre in Žďár und schuf dort eine ganze Reihe von Meisterwerken, die keinen Vergleich mit den größten Werken seiner Zeit zu scheuen brauchen. Er verließ das Kloster nach dem Tod des Abtes Václav Vejmluva im Jahre 1738, als die Werkstatt geschlossen wurde. Theny kehrte zurück nach Jaroměř und arbeitete an der Klosterkirche Kladruby sowie in Prag und in der Umgebung von Jaroměř. Auf dem Friedhof dieses ostböhmischen Städtchens fand er auch seine letzte Ruhestätte.

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