Zámek Žďár

Jindřich Řezbář

1242 – nach 1300

Zeugnis von der allmählichen Besiedelung des oberen Sázava-Stromgebiets ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis zum Jahre 1300 sowie auch über die Gründer des Klosters Žďár – der Herren von Křižanov und der Herren von Lichtenburk – gibt die lateinisch geschriebene Chronik des Žďárer Klosters, die „Cronica domus Sarensis“, die zugleich auch eine wertvolle Informationsquelle zum damaligen Alltagsleben ist. Ihr Autor war der Zisterziensermönch Jindřich Řezbář.

Řezbář war im Jahre 1257 als 15-jähriger Bursche zusammen mit seinem Vater, dem Steinmetzmeister Ekward, nach Žďár gekommen. Darüber, wo die Familie bis dahin gelebt hatte, sagt die Chronik nichts aus. Jindřich lebte dann unter den Ordensbrüdern des hiesigen Zisterzienserklosters und wurde 1263 Unterdiakon. Doch schon vier Jahre später verließ er das Kloster wieder. Erst 1294, 26 Jahre später also, als sich sein Leben schon dem Ende zuneigte, kehrte er nach Žďár zurück. Darüber, was er in der Zeit, als „erstarb und von Christus abgefallen war“ gemacht hat, schweigt sich die Chronik aus. Als Bußübung sozusagen sollte er nach seiner Rückkehr die Klosterbänke kunstvoll ausschnitzen. In Erinnerung daran erhielt er den Beinamen „Řezbář“ (zu Deutsch: der Schnitzer). Darüber hinaus verfasste er auch die erwähnte Chronik des Klosters Žďár, in der er die Gründung, den Bau und die ersten Jahre des Bestehens des Klosters Born der seligen Jungfrau Maria in Žďár, die neue Lokation des Städtchens Žďár schildert und hier und da auch so manches aus seinem eigenen Leben einfließen ließ. Jindřich begann und vollendete die Chronik wahrscheinlich im Jahre 1300. Darüber, wann und wo das Leben des bußfertigen Sünders endete, verraten uns die historischen Annalen nichts.

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