Zámek Žďár

Mathias Joseph Sychra

1776 – 1830

Der Priester, Schriftsteller und Musiker Mathias Joseph Sychra wurde nur 35 Jahre alt. Nach dem Besuch des Piaristen gymnasiums in Prag studierte er ebendort an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Theologie. Nach dem Empfang der Priesterweihe wirkte er zunächst auf der Böhmisch-Mährischen Höhe, in Sebranice, Bystré und Bělá. Der priesterliche Dienst wurde dem jungen Mann durch gesundheitliche Probleme zusehends erschwert. Er erkrankte an Typhus und bei einem Sturz zog er sich sogar eine schwere Rippenverletzung zu, die eine Operation erforderlich machte. Nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus versuchte sich der auch psychisch angeschlagene Mann von der Pawlatsche zu stürzen. Dabei verletzte er sich so schwer am Knie, dass er fortan hinkte.

Ab dem Jahr 1808 wirkte er in der Pfarrei in Jimramov, wo er seine wichtigen Sprach, Bildungs und sonstige Arbeiten verfasste. 1824 siedelte er in die Pfarrei im Klosterhaus in Žďár nad Sázavou  über. Die Stadt stand damals ganz im Zeichen des Streits der verschiedenen Konfessionen, zudem befand sich die Wallfahrtskirche des hl. Johannes Nepomuk in einem sehr schlechten Zustand. Vor der Ankunft Sychras hatte man sogar erwogen, das Gotteshaus abzureißen. Der aufklärerisch gesinnte Sychra aber widmetealle seine Kräfte und sämtliche verfügbaren Finanzen eben diesem barocken Baudenkmal. Er setzte sich dafür ein, einen Friedhof im Inneren des Areals anzulegen, der eine Wideraufnahme der Gottesdienste mit sich gebracht hätte. Für die Reparatur der Kirche organisierte er Sammlungen und widmete diesem Zweck auch seinen gesamten Nachlass. Seine Bemühungen waren am Ende von Erfolg gekrönt, als dieser einzigartige Bau am 16. Mai 1829 erneut geweiht wurde. Ein knappes Jahr später verstarb der aufopferungsvolle Priester. Bestattet wurde er im Areal jener Kirche, der er wieder zu neuem Leben verholfen hatte.

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