Zámek Žďár

Otto Steinbach

1751 - 1791

Thaddäus Nepomuk Steinbach trat unter dem Namen Otto in den Zisterzienserorden in Žďár nad Sázavou ein. Als der gebildete und ambitiöse Steinbach Abt wurde, sprengte sein Interesse an der Geschichte des Klosters den ursprünglichen Rahmen, bis Steinbach schließlich an der Spitze der aufklärerischen Historiografen Mährens stand. In der gleichen Zeit wurde eine umfangreiche Säkularisierung der Klöster in Angriff genommen. Das Kloster in Žďár war ursprünglich nicht für eine Aufhebung bestimmt worden, doch nach einem umfangreichen Brand, von dem das ganze Areal betroffen war, ersuchte Abt Steinbach höchstpersönlich um die Aufhebung. Obwohl er sich zum Zeitpunkt der Brandkatastrophe in Prag aufhielt, wurde er, obwohl handfeste Beweis fehlten, beschuldigt, ein deistischer Brandstifter zu sein. Wegen der Aufhebung des Klosters sah er sich bitteren Vorwürfen ausgesetzt.

Der ehemalige Abt ließ sich dann in Prag nieder, wo er von den patriotisch eingestellten Historikern und sich aufklärerisch gebenden Wissenschaftlern zunächst begeistert aufgenommen wurde. Gesellschaftliche Skandale und die Schulden des ehemaligen Abtes aber ließen diesen am Ende nicht einmal davor zurückschrecken, Wechsel zu fälschen. Zudem stand er im Verdacht, dass er nach der Aufhebung des Klosters auch diverse Kostbarkeiten hatte mitgehen lassen, die eigentlich dem Staat hätten zufallen müssen. Nachdem dann Steinbachs Notizen über sein recht ungezügeltes Leben auftauchten, landete er wegen eines Sittendelikts im Gefängnis. Die Kommission, der Kaiser Franz I. vorstand, ließ überraschenderweise Milde vor Recht ergehen und verfügte in ihrem Urteil lediglich die Vernichtung von Steinbachs Aufzeichnungen über seine Liebesaventüren.

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