Zámek Žďár

Über die Familie Kinský

Die Familie Kinský gehört zum ältesten böhmischen Geburtsadel. Die erste schriftliche Erwähnung geht auf den Anfang des 13. Jahrhunderts, die Regierungszeit König  Přemysl Ottokars I., zurück. Ursprünglicher Stammsitz seiner Vorfahren war die Dorffeste Wchynice u Losovic, von der sich auch ihr Name – die Wchynicer – ableitet. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich der Name dann zu dem heutigen Kinský. Die folgenden Generationen des weitverzweigten Adelsgeschlechts schafften dann dank diverser Verdienste und dank ihres anwachsenden Vermögens den gesellschaftlichen Aufstieg. Aus den ehemaligen Herrschern und Rittern regionaler Bedeutung wurden Grafen und Fürsten. Das Familienwappen zeigt drei Wolfszähne in rotem Feld.

1628 wurde durch ein kaiserliches Edikt der Erbtitel der Herren Kinský bestätigt. Die Mitglieder der Familie Kinský bekleideten Posten der höchsten Kanzler, der höchsten Jäger. Fünf Ritter erhielten den Mara-Theresia-Orden, acht Ritter den Orden vom Goldenen Vlies. Mehrere Jahrhunderte lang residierten sie auf der Erbdomäne Chlumec nad Cidlinou, um dann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Heirat auch die Verwaltung der Herrschaft Žďár nad Sázavou  zu übernehmen. Wegen der antinational sozialistischen Haltung der Familie verhängten die deutschen Okkupanten die Zwangsverwaltung über ihr Vermögen. Nach dem Krieg wurde es verstaatlicht. Die Angehörigen der Familie emigrierten ins Ausland. Graf Radslav zog es nach Frankreich, wo er als weltweit anerkannter Wissenschaftler in der Reproduktionsimmunologie wirkte.

Die neuzeitliche Geschichte dieses altehrwürdigen böhmischen Adelsgeschlechts begann 1992, als Radslav Graf Kinský  das verstaatlichte Eigentum zurückerhielt. 2008 sorgten dessen Söhne Constantin und Charles Nikolas Kinský dafür, dassdie Arbeiten zur Erneuerung der Schlossobjekte fortgesetzt wurden.

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